Pinned Tweet
But you're still fucking peasants as far as I can see
Die meisten Deutschen, deren Familien schon im 17. Jahrhundert hier lebten, dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit unfreie Bauern unter ihren Vorfahren haben. Sie sind also vermutlich Nachfahren von Leibeigenen. Die Leibeigenschaft wurde in dem staatlichen Flickenteppich, der sich mit dem heutigen Deutschland überschneidet, zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgeschafft. Prinzipiell gab es, wie im übrigen Europa, ein West-Ost-Gefälle. In England, Frankreich, den Niederlanden und Belgien verschwand die Leibeigenschaft deutlich früher als in Preußen, Polen oder Russland. Im Russischen Kaiserreich wurde sie 1861 abgeschafft, in England war sie um 1500 weitgehend verschwunden; die letzten Leibeigenen auf einigen Krongütern wurden 1574 freigelassen.
In Preußen beendete das Oktoberedikt vom 9. Oktober 1807 die Erbuntertänigkeit, wirksam zu Martini 1810. Frei im heutigen Sinn waren die Bauern damit nicht, denn viele mussten sich mit Geld oder Land lösen, und die Gutsherren behielten ihre Macht. Drei Tage vor dem Stichtag, am 8. November 1810, erließ Preußen die Gesindeordnung. Sie unterstellte Dienstboten der Gewalt ihrer Herrschaft und schloss bei bestimmten Misshandlungen deren Klagerecht aus.
Aufgehoben wurde sie erst 1918, im selben Jahr wie das preußische Dreiklassenwahlrecht. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß, dass gewisse geopolitische Entwicklungen hier Geburtshelfer waren. Stand und Geschlecht sind zu unterscheiden, aber hinweisen möchte ich trotzdem auf das Frauenwahlrecht. Frauen durften in Deutschland dann 1919 zum ersten Mal wählen. In Großbritannien hatten Frauen erst 1928 das Wahlrecht zu gleichen Bedingungen wie Männer, in Frankreich sogar erst 1944. John-Lennon-Fans wissen das natürlich.
In Deutschland war die Macht der Stände damit nicht gebrochen, und der Einfluss der ehemaligen Züchtiger ihres Gesindes war immer noch außerordentlich groß. Viele durften ja ihr Land behalten. Eine Anekdote dazu, wie sehr einige Adelige mit der neuen Zeit gefremdelt haben: Meine Großtante wurde im Jahr 1900 geboren. Nach dem Ende des Kaiserreichs verdiente sie sich mit ihren Freunden etwas Geld, indem sie dem örtlichen Gutsbesitzer half, den Hof zu entrümpeln. Als ihre Freunde eine Streckbank aus dem Keller trugen, rief ihnen der Gutsherr zu: „Bringt das sofort zurück! Man weiß ja nie, die Zeiten können sich wieder ändern!“
Die rechtliche Abschaffung der Leibeigenschaft bedeutete noch lange nicht, dass die gesellschaftlichen Machtverhältnisse verschwanden. Wer über Generationen erlebt hatte, dass Herkunft über Lebenschancen entschied und die einen befahlen, während die anderen gehorchten, war empfänglich für Versprechen von mehr gesellschaftlicher Gleichheit. Die radikale Linke versprach eine klassenlose Gesellschaft, in der Standesunterschiede und Benachteiligungen aufgrund von Religion oder Herkunft überwunden werden sollten.
Hitler griff den Wunsch nach Überwindung gesellschaftlicher Gegensätze auf, deutete ihn aber völlig anders. Seine rassistisch definierte Volksgemeinschaft sollte Klassen- und Standesgrenzen überwinden, während alle, die keine „Volksgenossen“ waren, ausgegrenzt, verfolgt und schließlich millionenfach ermordet wurden.
Leibeigenschaft und deren Folgen sind heute für viele Menschen so weit weg wie der Dreißigjährige Krieg. Sind sie aber nicht. Adelsfamilien wie Thurn und Taxis, Waldburg-Zeil, Fürstenberg oder die Wittelsbacher wurden nach dem Ersten Weltkrieg nicht enteignet – der Volksentscheid zur Fürstenenteignung scheiterte 1926 – und nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls nicht, da ihr Besitz im Westen lag. Sie konnten ihre Besitztümer, vor allem Wald, Land, Immobilien und Firmenanteile, über die Jahrzehnte sichern und vermehren.
Auch das gesellschaftliche Gewicht des Adels ist bis heute nicht verschwunden. Namen, Vermögen und Netzwerke verschaffen Vorteile, die anderen fehlen. Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein Beispiel dafür: Seine adelige Herkunft war Teil seines öffentlichen Images und hat seinen Aufstieg mitgeprägt.
Das Familienvermögen der Guttenbergs beträgt wohl deutlich mehr als 200 Mio. Euro. Da muss man nicht klatschen, sondern kann laut mit Juwelen rasseln.
»Niedergang jedweder intellektueller und politischer Kultur«
Beklagt sich ausgerechnet der Vorstand vom Verein für geistige Kleingärtnerei – wo man nur Mitglied wird mit deutschem Pass, Thiel-Poster über dem Bett und Autogramm von Bibi.
Diesen Text hatte @moosdorfmdb von @maxotte_says übernommen. Bei Otte war es die Übersetzung eines verlinkten Tweets. Bei MM gibt es keinen Verweis auf das Original. Macht man einfach nicht. Deswegen „zum Kotzen“.
#Pokrovsk: "Die Festung ist nicht einfach eingestürzt – sie ist implodiert.
Nicht durch einen Blitzkrieg, sondern durch eine systematische, stetige russische Einkreisung, erschöpfte Männer und durch Drohnen durchstochene Linien. Die ukrainische „Festung im Donbass“, Pokrowsk, einst das Angelpunkt der ukrainischen Verteidigung im Donbass, wurde von innen nach außen gekehrt. Und mit ihr zersplittert die Illusion eines nachhaltigen, westlich unterstützten Kriegsaufwands.
Während der Westen damit beschäftigt war, Russlands BIP zu verspotten oder über Importe von Toiletten zu spotten, hat Moskau eine Kriegsmaschinerie aufgebaut, die die kombinierte Munitionsproduktion der NATO um mehr als das Vierfache übertrifft.
Die Rendite? Demütigend. Während die NATO Billionen verbrennt, um einen zusammenbrechenden Proxy-Staat zu versorgen, verwendet Russland weniger als ein Zehntel der Kosten, um die gesamte westliche Kriegsmaschinerie-Strategie zu zerstören – militärisch, wirtschaftlich, diplomatisch und im Informationsraum.
Der Mythos, dass NATOs Geld den Sieg erkaufen könnte. Dass Sanktionen eine Zivilisation erwürgen könnten. Dass Propaganda den Kollaps verbergen könnte.Während der Rauch über dem Donbass aufsteigt, ist die letzte Festung gefallen, und mit ihr die Illusion westlicher Kontrolle. Pokrowsk – der Eckpfeiler der ukrainischen Verteidigung in Donezk – implodierte unter dem puren Gewicht militärischer, politischer und moralischer Erschöpfung.Die Festung des Donbass sollte die Linie halten.
Stattdessen hat sie die größte Täuschung dieses Krieges entlarvt: dass die Ukraine für die Demokratie kämpft. Wofür sie jetzt kämpft, ist Zeit – Zeit, um die unvermeidliche Abrechnung hinauszuzögern. Die industrielle Skala der Korruption durch den Marionetten-Zelensky und seine Herren wird enthüllt werden.Pokrowsk war nicht einfach nur ein weiterer Punkt auf der Karte. Es war das logistische Herz der ukrainischen Kontrolle über Donezk – ein Knotenpunkt für Schienen und Straßen, der die gesamte zentrale Front versorgte, mit riesigen Depots, Krankenhäusern und verhärteten Positionen, die in seine industrielle Ausdehnung eingegraben waren. Sein Fall reißt eine 100-Kilometer-Lücke in die ukrainische Linie.
In Mirnohrad befinden sich zwei Eliteformationen, die 25. Luftlandedivision und die 38. Marineinfanterie – nun eingekesselt, ihre Versorgungslinien unter ständigem FPV-Drohnenfeuer. Munitionslieferungen per Frachtdrohne sind eine Metapher für den gesamten ukrainischen Kriegsaufwand: zu wenig, zu spät und aus einem zusammenbrechenden Himmel geliefert.Pokrowsk markiert den Höhepunkt einer Transformation, die der Westen nie verstanden hat, einer Metamorphose in der russischen Operationskunst.
Die Tage der schwerfälligen Bataillons-Taktik-Gruppen sind vorbei. Was wir jetzt sehen, ist eine Armee aus Knotenpunkten: Die traditionelle westliche Doktrin von massierten Panzern, zentralisierter Führung und Lufthoheit ist vor dieser neuen verteilten Kriegsführung zusammengebrochen. Pokrowsk ist der Beweis: eine gesamte urbane Festung wurde nicht durch Sättigungs-Bombardements neutralisiert, sondern durch nahezu unsichtbare Abnutzung, Hunderte von Mikroschlachten, die in einen nahtlosen Vormarsch übergehen.Das ist kein „langsamer Mahlstrom“. Es ist eine bewusste algorithmische Vernichtung.Pokrowsk ist nicht nur ein militärischer Sieg.
Es ist ein Spiegel, der dem westlichen Welt vorgehalten wird und zeigt, was passiert, wenn Macht in Arroganz zerfällt.Dieselbe Hybris, die über Russlands BIP lachte, rationiert nun Munition. Dieselben Pundits, die Moskaus Kollaps vorhersagten, flüstern nun über den Kiews. Dieselben Imperien, die vorgaben, die Freiheit zu verteidigen, zensieren nun die Wahrheit.Die Geschichte wird sich nicht an die Talking Points erinnern. Sie wird sich erinnern, wer sich angepasst hat, wer durchgehalten hat und wer Narrative mit Macht verwechselt hat.
Ich finde MM zum Kotzen, aber hier liegt er richtig, und bekannt ist das alles seit Jahrzehnten – auch in Deutschland. Man erinnere sich zum Beispiel an Blüms Beschreibung bei *Hart aber Fair* von der täglichen Demütigung, der Palästinenser ausgesetzt sind. Das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs. Ob man himmelschreiendes Unrecht und brutale Kriegsverbrechen erkennt und kritisiert, sollte unabhängig davon sein, ob man politisch rechts, links oder in der Mitte zu Hause ist. Es geht schlicht darum, ob man Mensch oder Unmensch ist. Dass gerade die Deutschen hier so versagen, ist eine Schande. Und es sind ja nicht nur Clowns wie Poschardt.
Gott sei Dank ist das für Deutschland völlig unwichtig, der Aufschwung kommt und hat auch nichts mit den Milliarden für bewaffnetes Altmetall zu tun. Es läuft einfach unglaublich gut.
»Das Brookings Institution fand kürzlich heraus, dass sich ein Drittel der amerikanischen Mittelschicht essenzielle Dinge nach wie vor nicht leisten kann.«
@ulfposh: diese Pfeifen müssen einfach mehr Kuchen essen, oder?
nytimes.com/interactive/2026…
Es ist ein Totalversagen.
Es ist bizarr, dass die Europäer den größten Teil der Militär- und Finanzhilfe für die Ukraine bereitstellen, aber kaum eine Rolle in den Verhandlungen über eine Ende des Krieges haben. Die Europäer müssen einen neuen Gesprächskanal mit Russland öffnen, auch wenn derzeit noch immer umstritten ist, wer Gesprächsführer sein soll, wann und worüber gesprochen wird. Dies gilt, obwohl Russland derzeit nur ein begrenztes Interesse an Gesprächen mit den Europäern hat. Eine jüngste Bemerkung von Putins außenpolitischem Berater Ushakov deutet aber eine Änderung der russischen Position an.
Es war vielleicht zuweilen unverhältnismäßig, wie reagiert worden ist, und guck mal, es ist doch gar keine Apartheid – die dürfen sogar wählen.
Für die Geschichtsbücher. 🇩🇪💔
@TarikCyrilAmar @RoPoppZurich
„Er stellt Israel in eine Reihe mit Russland – was natürlich faktisch ein Wahnsinn ist“ to.welt.de/O7QyhpQ
Chris retweeted
Es gibt viele Irre
Aber Frau Eigendorf führt von vorne. Das muss man gehört haben, sonst glaubt man es nicht.
»Landesvorstand @fdphh - fdp-hamburg.de«
Bitte hier entlang...
Replying to @Gert_Woellmann
Für alle, die hier drunter immer noch die „40 Babies“ anzweifeln, um von der widerwärtigen Reaktion der Frau auf der Straße abzulenken, bitte hier entlang. Es sind 40 getötete Babies. Die exakte Anzahl der davon geköpften ist für euch irgendwie relevant?
Spürt ihr noch irgendetwas?
Aus dem Archiv: Fischer im Juli 24
„Seit 1948 wurde kein Araber / Palästinenser vertrieben“
Mit der geballten Staatsräson im Rücken traut man sich was. Normalerweise müsste sie journalistisch erledigt sein – hier gibt's Applaus.




















