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Wenn die Angst mitregiert: Was Elif Eralps gestrichene Antwort über Berlin verrät und warum der SPIEGEL das veröffentlichen durfte
Wer Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden will, muss sagen können, wovor sie sich fürchtet. Elif #Eralp wollte nicht, dass ihre Antwort zu Ibrahim Ibrahim erscheint, einem Mann, den der SPIEGEL dem Umfeld der Hamas zurechnet. In ihren internen Notizen steht laut SPIEGEL, warum: Sie und ihr Mann hätten Angst vor diesen Leuten. Der #SPIEGEL hat ihre Angst trotzdem öffentlich gemacht. Er hat damit weder die Absprache mit ihr gebrochen noch rechtswidrig in ihr Persönlichkeitsrecht eingegriffen. Er hat getan, wofür es die Presse gibt.
Wie der SPIEGEL die Ängste von Elif Eralp offengelegt hat, warum er das rechtlich durfte und warum der Fall über Berlin hinausweist:
Was geschah
Am Montag führen zwei SPIEGEL-Redakteure ein Interview mit Elif Eralp. Sie ist Spitzenkandidatin der Linken in Berlin und sondiert über eine rot-grün-rote Landesregierung. Verabredet ist, was bei Interviews üblich ist: Es erscheint nur in der Fassung, die Eralp nachträglich freigibt.
Der @derspiegel fragt nach Antisemitismus in der Linken. Eralp antwortet laut SPIEGEL: Das ganze Ausmaß des Problems sei ihr nicht bewusst gewesen. Sie habe gewusst, dass sich viele Parteifreunde in Neukölln beim Thema Palästina engagierten. Sie habe aber nicht gedacht, dass es im Wahlkampf auf einzelnen Veranstaltungen zu Grenzüberschreitungen kommen könne.
Der SPIEGEL hakt nach und fragt, ob sie damit Ibrahim Ibrahim meine. Ibrahim hat laut SPIEGEL den Chefplaner des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 als „Märtyrerhelden“ bezeichnet. Er war am Wahlabend auf der Linken-Party in Neukölln. Eralps Antwort auf diese Frage lautete dem SPIEGEL zufolge: Ja.
Ibrahim ist laut SPIEGEL eine führende Figur des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees. Nach dem Berliner Verfassungsschutz arbeiten unter dieser Bezeichnung Anhänger der Hamas und der PFLP eng zusammen. Ibrahim weist den Vorwurf der Terrorunterstützung zurück. Hinweise auf Gewalt oder Anschlagsplanungen durch ihn gibt es laut SPIEGEL nicht.
Am Dienstag schickt der SPIEGEL die Schriftfassung des Interviews an Eralps Sprecher. Am Mittwochmorgen um 9.46 Uhr kommt die Datei zurück. Es gibt zwei Auffälligkeiten:
Erstens: Eralp hat nicht nur Antworten angepasst. Sie hat eine ganze Frage samt Antwort gestrichen, die zu Ibrahim. Das ist unüblich. Interviewte dürfen ihre eigenen Antworten ändern, nicht die Fragen der Journalisten.
Zweitens: Die Datei enthält Kommentare und Anmerkungen aus Eralps Büro, von ihrem Sprecher und der Landesvorsitzenden. Sie waren offenkundig nicht für den SPIEGEL bestimmt. Eralp schreibt laut SPIEGEL, sie und ihr Mann hätten Angst vor diesen Leuten. Sie könne sich und ihre Familie nicht für den SPIEGEL in Gefahr bringen. Sie verweist auf die frühere Empfehlung des Landeskriminalamts, nie konkrete Namen zu nennen.
Am Mittwochnachmittag teilt ihr Sprecher mit: Eralp sei seit Monaten täglich Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt. Die Sicherheitsbehörden rieten, politische Probleme nicht an einzelnen Personen festzumachen. Er bittet den SPIEGEL, ihre Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen.
Am Donnerstag erscheint die Titelgeschichte. Der SPIEGEL gibt die gestrichene Antwort des Interviews nicht wörtlich wieder, sondern sinngemäß. Die internen Anmerkungen Eralps zitiert er wörtlich, darunter ihre Wiedergabe einer Äußerung ihres Sprechers. Eigene Kommentare des Sprechers und der Landesvorsitzenden gibt er nicht wieder. Seine Begründung: Es gab Gründe gegen eine Veröffentlichung, vor allem Eralps Sicherheit. Die politische Tragweite wiege aber schwerer.
Warum der SPIEGEL rechtlich richtig lag
Durfte der SPIEGEL die nicht freigegebene Antwort und Eralps interne Anmerkungen überhaupt ohne ihre Freigabe veröffentlichen?
Die Vereinbarung, ein Interview nur in freigegebener Form zu veröffentlichen, bindet. Das OLG Köln hat in einem vergleichbaren Kontext, den Kohl-Protokollen, eine stillschweigende Verschwiegenheitspflicht bejaht. Die entscheidende Frage ist aber, was die Abrede regelt. Sie regelt, in welcher Form das Interview erscheint. Sie regelt nicht, ob die Presse über den Streit um die Freigabe berichten darf.
Der SPIEGEL hat den nicht freigegebenen Wortlaut nicht abgedruckt, sondern umschrieben. Die Frage nach Ibrahim stammt zudem vom SPIEGEL selbst. Wer sinngemäß wiedergibt, greift nach der Rechtsprechung des BGH unter dem Aspekt des Bestimmungsrechts nicht in das Recht ein, über die Veröffentlichung der eigenen Äußerung zu bestimmen. Man kann das spitzfindig nennen. Ich halte es für sauber. Ergebnis: kein Verstoß gegen die Abrede.
Und was ist mit dem Persönlichkeitsrecht Eralps? Hier liegt ein Eingriff vor, indem der SPIEGEL ihre nicht autorisierte Antwort und ihre internen Anmerkungen ohne Zustimmung veröffentlicht. Dieser Eingriff wiegt bei den internen Anmerkungen am schwersten, denn der SPIEGEL zitiert sie wörtlich. Auch das geschriebene Wort ist geschützt. Private Aufzeichnungen dürfen grundsätzlich nicht ohne Zustimmung des Verfassers veröffentlicht werden. So hat es der BGH in seiner Tagebuch-Entscheidung festgehalten.
Der Eingriff ist aber gerechtfertigt. Drei Gründe tragen die Abwägung: Es geht nicht um Privates, sondern um die Amtseignung einer Politikerin kurz vor der Regierungsbildung. Das Amt der Regierenden Bürgermeisterin umfasst die Richtlinienkompetenz und die Bestellung der Innensenatorin oder des Innensenators. In der Sozialsphäre hat das Informationsinteresse bei Politikern Gewicht. Der BGH hat in derselben Tagebuch-Entscheidung Aufzeichnungen zu politischer Einflussnahme wegen des überragenden öffentlichen Interesses als veröffentlichungsfähig behandelt.
Außerdem hat sich der SPIEGEL die Datei nicht rechtswidrig beschafft. Nach Darstellung des SPIEGEL lag das Versehen auf Eralps Seite. Und selbst wenn die Informationen rechtswidrig erlangt wären, wäre ihre Veröffentlichung nach dem BGH nicht per se unzulässig.
Am angreifbarsten bleibt der Bezug auf Eralps Familie. Der SPIEGEL benennt das Sicherheitsargument selbst als Gegengrund. Dennoch überwiegt das öffentliche Informationsinteresse an dem Vorgang und der Eingriff ist gerechtfertigt: Denn der Fall dokumentiert, wie stark sich deutsche Politiker unter dem Druck Dritter sehen.
Warum der Fall über Berlin hinausweist
Der Fall ist mehr als ein Streit um eine Freigabe. Er zeigt ein Problem, das der Staat nicht kleinreden sollte.
Eralp hat sich laut ihren eigenen Notizen an einen Rat der Sicherheitsbehörden gehalten. Das ist für sich genommen vernünftig. Genau darin liegt aber auch das Problem. Wenn schon der Rat zur Vorsicht dazu führt, dass eine Spitzenkandidatin einen Namen nicht bestätigt, entsteht eine Schweigespirale. Die Öffentlichkeit erfährt dann nicht mehr, was Politik über extremistische Netzwerke weiß, sagen will und tun wird.
Die Bedrohungslage ist real: Bei Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger, erfasst sind alle politisch motivierten Taten, lag Berlin 2024 nach vorläufigen BKA-Zahlen pro Kopf an der Spitze. In absoluten Zahlen waren es 533 Straftaten. Nach dem Berliner Lagebild Clankriminalität zählte die Polizei für 2025 685 Personen dazu, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Sie registrierte 952 Straftaten und sieht eine zunehmende Verflechtung mit der legalen Wirtschaft. Die Senatsverwaltung rechnet der Hamas in Berlin rund 200 Personen zu.
Dabei geht es auch um Einschüchterung. Sie wirkt leise: bei einer Kandidatin, die einen Namen nicht bestätigen mag. Der SPIEGEL-Bericht gibt Anlass, dies ernst zu nehmen und zu diskutieren.
Wenn Amtsträger aus persönlicher Angst nicht mehr wirksam durchgreifen, droht dem Staat der Verlust seiner Durchsetzungsfähigkeit. Dass es in Berlin schon so weit ist, belegt der Fall nicht. Dass er die Frage aufwirft, belegt er sehr wohl.
Was daraus folgt
Der SPIEGEL hat richtig gehandelt, auf beiden Ebenen. Er hat die Abrede nicht verletzt, und der Eingriff in das Persönlichkeitsrecht war gerechtfertigt.
Elif Eralp scheint dem Druck nicht gewachsen und als Regierungschefin mit Richtlinienkompetenz über die Sicherheitspolitik ungeeignet zu sein. Eralp schuldet den Berlinern nun Antworten: Wie hält sie es mit Ibrahim Ibrahim? Wie mit den Kontakten ihrer Partei zu ihm? Wer eine Landesregierung führen will, muss das öffentlich erklären können. Wie will sie trotz einer verbalen Beißhemmung als Regierungschefin Garantin dafür sein, dass gegen Clankriminalität in Berlin wirksam durchgegriffen wird?
Quellen: SPIEGEL-Titelgeschichte vom 29.10.2026 spiegel.de/politik/deutschla…; Lagebild Clankriminalität Berlin 2025 (Polizei Berlin) Antwort der Berliner Innenverwaltung zum Personenpotenzial Hamas/PFLP; vorläufige BKA-Zahlen zu Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger 2024.
Fundstellen der Entscheidungen
OLG Köln zur Verschwiegenheitspflicht (Kohl-Protokolle): Urteil vom 5. Januar 2015, 15 U 149/14
BGH zur sinngemäßen Wiedergabe einer Äußerung: Urteil vom 24. März 2020, VI ZR 496/18, GRUR 2020, 319
BGH zu privaten Aufzeichnungen und politischer Einflussnahme (Tagebuchaufzeichnungen): Urteil vom 20. Juli 2023, VI ZR 727/21, GRUR 2023, 1210
BGH zur Veröffentlichung rechtswidrig erlangter Informationen (Innenminister unter Druck): Urteil vom 4. November 2014, VI ZR 448/13, GRUR 2015, 92
Für Vanessa Emde, frisch gewähltes Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, ist die Hamas keine Terrormiliz, sondern eine „Widerstandsorganisation“. Der Beitrag wurde vorhin auf Instagram vom „Inter Bündnis Berlin“ veröffentlicht, dem auch die Neuköllner Linke angehört.
.@FranziskaGiffey wird an den Koalitionsgesprächen nicht teilnehmen, zur Begründung schreibt sie auf Instagram:
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"Das würde bedeuten, dass die Regierende Bürgermeisterin erpressbar ist", so Michael Müller, ehemaliger Regierender Bürgermeister (SPD) von Berlin, zum Spiegel-Bericht über Elif Eralp. Sie könnte "nicht frei in ihrer Amtsausübung" sein, wenn sie sich nicht klar abgrenzen könne.
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Fundstück:
Warum sind die neuen SPIEGEL-Recherchen mehr als ein persönliches Problem für Elif Eralp?
Weil die Berliner Linke
1. jahrelang behauptet hat, Clankriminalität und Verbindungen zu Terrorstrukturen würden maßlos aufgebauscht, und zwar aus rassistischen Motiven;
2. sich jahrelang gegen eine Stärkung von Polizei und Verfassungsschutz gestellt hat, auch im aktuellen Wahlprogramm;
3. nun intern einräumt, dass die Lage so ernst ist, dass ihr eigenes Spitzenpersonal in Angst lebt;
4. laut SPIEGEL eigene Leute als kompromittiert und nicht unerhebliche Teile der Partei als unterwandert gelten;
5. aus Punkt 3 trotzdem nicht die naheliegende Konsequenz für Punkt 1 und 2 zieht und ihre Positionen und ihre Politik erst recht nicht korrigiert.
Kurz gesagt: Wer intern Angst vor diesen Strukturen hat, kann öffentlich nicht weiter so tun, als gäbe es das Problem nicht.
Wenn Journalisten einen Leak bekommen, darf man sich nicht wundern, wenn sie ihn auch verwenden – ob versehentlich innerhalb eines vereinbarten Verfahrens, ist dabei egal. Zwischen Journalismus und Politik gibt es Distanz und keine „Entschuldigung, ihnen ist da was spannendes aus der Tasche gefallen“-Beziehung. Jammern über den SPIEGEL als Boten ändert nichts: Der Inhalt wird diskutiert. Und das ist richtig so.
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Es ist 1:1 dieselbe Denke wie bei der AfD, nur rot angemalt. Alles an kritischer Berichterstattung über die eigene Partei ist Kampagne, bloß nicht sich selbst hinterfragen.
Die Spiegel-Story bestätigt exakt die Kritik der letzten Wochen. Elif Eralp - und garantiert nicht nur sie - steckt eingeschüchtert komplett in der Clan/Hamas-Tasche. Offenbar hätte sie selbst mit Personenschutz als Regierende Angst.
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eralp sagt im grunde, dass sie erpressbar ist. sie gesteht damit ein, was viele ihr kritisch vorwarfen. nüchternes ergebnis: sie kann nicht regierende bürgermeisterin werden.
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Endlich eine Bürgermeisterin die Probleme offen anspricht. Außer es geht um Hamas-Fans in ihrem eigenen Parteiumfeld. Dann bitte Spiegel-Artikel stornieren.
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Sensationsenthüllung im SPIEGEL: Wie in einem versehentlichen Hilferuf offenbart Elif Eralp, dass sie 🇵🇸 Terror-Aktivisten fürchtet, die mit ihren Parteifreunden engstens verbündet sind.
Eralps Angst ist logisch und berechtigt – und sie teilt sie mit vielen jüdischen Berlinern. Aber sie disqualifiziert für das wichtigste Regierungsamt der deutschen Hauptstadt.
Denn Angst kann, das zeigt die SPIEGEL-Story deutlich, Politiker auch korrumpieren. Eralp fürchtet nicht einfach irgendeinen gefährlichen Menschen, so wie wir alle. Sie fürchtet Menschen, die für sie Wahlkampf gemacht haben, in ihrer Partei ein und ausgehen und von vielen Linken-Wählern verehrt werden.
Der SPIEGEL schreibt: „Es wäre untragbar, wenn eine Regierende Bürgermeisterin wichtige politische Äußerungen oder womöglich Entscheidungen davon abhängig machte, dass sie persönlich oder enge Familienangehörige Angst vor bestimmten Personen oder Gruppen haben.“
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Böttcher AG warnt!
Greenwashing-Regulierung: Europa reguliert sich selbst aus dem Wettbewerb
Die Böttcher AG erwirtschaftet mehr als eine Milliarde Euro Jahresumsatz, betreut rund 10 Millionen Kunden und bietet mehr als 250.000 Produkte an. Wir unterstützen klare Regeln gegen Verbrauchertäuschung. Doch die neue Regulierung von Umweltaussagen zeigt beispielhaft, was in Europa zunehmend schiefläuft: Aus sinnvoller Regulierung wird immer mehr Bürokratie mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken. Besonders deutlich wird dies bei umsatzbezogenen Geldbußen. Umsatz ist nicht Gewinn. Bei Unternehmen mit hohen Umsätzen und niedrigen Margen kann eine am Umsatz bemessene Sanktion ein Vielfaches des Jahresgewinns erreichen. Mit Verhältnismäßigkeit hat das aus unserer Sicht immer weniger zu tun.
Gleichzeitig müssen Unternehmen enorme Ressourcen einsetzen, um neue Vorgaben umzusetzen. Bei mehr als 250.000 Produkten geht es um Produkttexte, Bilder, Videos, Kennzeichnungen, Siegel und Umweltaussagen. All das muss geprüft, dokumentiert und rechtlich abgesichert werden. Dafür braucht es nicht nur Juristen, Compliance-Mitarbeiter, Nachhaltigkeitsexperten und externe Berater. Die praktische Umsetzung bindet auch Programmierer, Softwaretester, Datenschutz- und IT-Sicherheitsexperten sowie Mitarbeiter aus Produktmanagement, Einkauf, Qualitätsmanagement, Logistik und Verwaltung. Neue Vorschriften müssen schließlich nicht nur verstanden, sondern auch programmiert, getestet, in betriebliche Abläufe integriert und dauerhaft dokumentiert werden. Dieses Geld fehlt bei Investitionen, Innovation und Arbeitsplätzen.
Die Greenwashing-Regulierung ist nur ein Beispiel. Produktsicherheit, Verpackungsrecht, Kennzeichnungspflichten, Garantie und Gewährleistung, Datenschutz, Verbraucherschutz sowie immer neue Dokumentations- und Nachweispflichten treffen Unternehmen gleichzeitig. Jede neue Regel wird für sich begründet. Die Gesamtbelastung trägt das Unternehmen. Europa spricht über Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau. Gleichzeitig wächst die Bürokratie Jahr für Jahr weiter. Besonders widersinnig: Unternehmen verzichten zunehmend selbst auf zutreffende Umweltaussagen, weil jede Aussage ein zusätzliches juristisches Risiko darstellen kann. Die Folge ist nicht mehr Transparenz, sondern weniger Information.
Wer europäische Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit, Innovation und Investitionen bewegen will, darf ihnen nicht gleichzeitig immer mehr Ressourcen für Verwaltung und Haftungsvermeidung entziehen. Wir brauchen Regeln gegen echte Täuschung. Wir brauchen aber ebenso Verhältnismäßigkeit, Rechtssicherheit und einen realen Abbau von Bürokratie. Europa braucht nicht noch mehr Ankündigungen zum Bürokratieabbau - Europa muss endlich tatsächlich Bürokratie abbauen.
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Laut Medienberichten wurde ein Mann in Berlin gefragt, ob er Jude sei. Nachdem er bejahte, wurde er mehrfach brutal geschlagen. Dass die antisemitische Attacke öffentlich beinahe keine Reaktion auslöst, ist erschreckend. Wir wünschen ihm schnelle Genesung. tagesspiegel.de/berlin/antis…
Sehr guter Text. Das kann quasi 1:1 so auch über die SPD schreiben.
Ich war selbst acht Jahre Mitglied der @CDU. Deshalb überrascht mich der Fall @CNathusius kein bisschen. Er illustriert vielmehr ein strukturelles Problem dieser Partei: Mittelmaß wird verwaltet, Talent wird aussortiert.
Meine These: Für Nathusius gab es in der @Junge_Union schlicht keinen angemessenen Platz. Also wurde sie Schatzmeisterin. Ein klassisches Parteiamt für diejenigen, die arbeiten dürfen, während andere vor Kameras bedeutungsschwere Sätze aufsagen.
Dumm nur: Nathusius verstand offenbar schneller als ihre Parteifreunde, wie politische Kommunikation im 21. Jahrhundert funktioniert.
Sie baute sich ihre eigene Reichweite auf. Ohne den Segen irgendeines Kreisvorsitzenden. Ohne jahrelanges Plakatkleben. Ohne sich bei Funktionären anzudienen, deren politische Halbwertszeit häufig kürzer ist als die ihrer Wahlkampfversprechen.
Und damit beginnt das eigentliche Problem.
Wer in der Union Karriere machen will, muss offenbar zuerst beweisen, dass er bereit ist, sich jahrelang Leuten unterzuordnen, die ihm intellektuell und rhetorisch nicht das Wasser reichen können.
Eigenständigkeit? Verdächtig.
Selbstbewusstsein? Anmaßend.
Politischer Erfolg ohne Genehmigung der Parteihierarchie? Unverzeihlich.
Ob Nathusius ihr Amt als Schatzmeisterin fachlich angemessen ausgeübt hat, lässt sich ohne belastbare Informationen nicht beurteilen. Ebenso wenig, welche Rolle persönliche Animositäten bei den internen Auseinandersetzungen spielten.
Aber eines ist bemerkenswert: Eine junge Politikerin schafft aus eigener Kraft Öffentlichkeit und Reichweite und ihre Partei bekommt es offenbar nicht hin, dieses Potenzial konstruktiv einzubinden.
Nathusius ist rhetorisch stark, medienwirksam, selbstbewusst und verfügt über eine politische Präsenz, von der mancher Berufsfunktionär nur träumen kann.
Sie hätte eine Bereicherung für die Bundes-CDU sein können.
Stattdessen erleben wir möglicherweise das nächste Kapitel einer bemerkenswerten Tradition: Die Union beklagt den Mangel an politischem Nachwuchs und demonstriert gleichzeitig, weshalb sich eigenständige Talente diese Ochsentour besser zweimal überlegen sollten.
Die Botschaft an junge Politiker ist jedenfalls verheerend:
Wer Karriere machen will, sollte weniger Nathusius und mehr Amthor sein.
Brav sein. Dienen. Netzwerke pflegen. Die richtigen Leute bewundern. Und vor allem niemals den Eindruck erwecken, man könnte ohne die Partei erfolgreicher sein als mit ihr.
Die CDU hat offenbar kein Nachwuchsproblem.
Sie hat ein Problem mit Nachwuchs, der keinen Vormund braucht.
nzz.ch/deutschland/zu-unbequ…
Wenn AirPods herunterfallen, muss sich das Case öffnen und beide Kopfhörer müssen in unterschiedliche Richtungen mindestens 5 Meter weit fliegen. So steht es im Gesetz.
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🔴 Exklusiv: Nach dem Sieg der #Linken in #Berlin boten zwei Bundesländer Polizeibeamten den Wechsel an. Mit Erfolg: In nur wenigen Wochen haben mindestens 72 Beamte Versetzungen angefragt oder beantragt. Das sind viermal so viele wie alle Versetzungen im gesamten Jahr 2025. #Demokratie #Polizei focus.de/politik/deutschland…























