Ich habe Twitter 2013 angemeldet und konnte nichts damit anfangen. 2016 habe ich es wiederentdeckt in der Nacht des gescheiterten Putsches in der Türkei. Unsere TV-Sender hatten außer "EIL"-Laufschriften keine Informationen. Ich schaltete die App an und tippte "Turkey" ein. Sofort fand ich Informationen, Videoclips, ja sogar mehrere Livestreams aus verschiedenen Städten. Alles war authentisch, verifizierbar über Gebäude, Straßennamen usw. Twitter (X) ist gleichzeitig ein Portal für Realtime-Informationen, Diskussion und Messenger. Es ist kein Portal für eingeordneten Gatekeeper- Journalismus und staatstragend abmoderierte Information. Es ist instant, rough und oft brutal wie ein Quentin Tarantino-Film. Es kann verstören und süchtig machen. Auch jede Menge Mist und Unsinn wird gepostet, dann ist es Aufgabe der Schwarmintelligenz, dieses zu bewerten. Zuerst mal muss man es allerdings aushalten. Gleichzeitig kann man sich mit großartigen Menschen dort wunderbar vernetzen und eine Form von Gleichheit und Pluralismus herstellen, die sich in der realen Gesellschaft nicht so leicht ergibt. Vieles, was tags drauf in der Zeitung steht, wurde hier geboren oder viral verbreitet. Verletzliche, instabile Charaktere sind laut Studien überwiegend links orientiert, bodenständige, an sich selbst glaubende eher konservativ. Das ist der Grund für die wahrgenomme Schlagseite der Plattform. Sie ist nicht "rechts", sondern "Rechte" kommen besser mit ihr klar. Linke bevorzugen Schutzräume unter Gleichgesinnten wie Bluesky, wo abweichende Meinungen und ungeliebte Informationen zum Canceln führen und eine Konsensatmosphäre angestrebt wird. Das ist ok für mich. Aber ich bin lieber hier, wo es quietscht, knallt und raucht.

Oct 22, 2026 · 6:03 AM UTC

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Mit quietschen meinen Sie @knalltueten_ag1, ne?
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Zähle es zu den Top 10 deiner Posts! 👏
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Ja, man findet auf X vieles, was man woanders nicht findet. Dennoch sollte man nicht glauben, x wäre offen oder unzensiert. Z.B.: Der Algo separiert die Blasen sauber: was Sie sehen, sieht ein Andersdenker nicht. Und ISR-kritische Accounts werden demonetarisiert/suspendiert.
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Die Blasen separieren sich selbst, wenn Tausende Linke (und einige zig Rechtsextreme) mich geblockt haben. Einerseits erspart es mir eine Menge Müll, andererseits bedauere ich Diskursunfähigkeit fast immer.
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Gute Analyse. Geht mir so ähnlich. Inzwischen is X fast meine einzige Informationsquelle. 😅
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Das wiederum halte ich für gefährlich. Ich schaue schon auch in Mainstream und andere Netzwerke.
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Viele die andere Sicht auf Dinge nicht sehen oder hören wollen haben Twitter X verlassen da sie sich am liebsten ausschließlich in ihren eigenen Blasen bewegen. Sogar Institutionen Vereine sind weg. Und nicht wenige die hier sind filtern selbst und blocken wer nicht gleich
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Alles sehr schade, aber ich kann's nicht halten.
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erich fromm: die furcht vor der freiheit in der hinsicht durchaus interessant vielleicht?
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Fromm hatte sehr oft recht.
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X ist relevant und es ärgert die Linken am meisten, dass es immer noch relevant ist, auch wenn sie hier weggehen.
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Gab ja schon Untersuchungen dazu, dass Twitter lange Zeit von der Fülle der Posts und aktiven Accounts stark linkslastig war, bzw im US Spektrum "pro democrat".... habe da tatsächlich damals keine sonderlichen dramatic Exit Wellen von rechts gesehen, weil das "kaum auszuhalten" sei usw...
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Schöne Analyse, geht mir auch so!
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Die Aktualität ist tatsächlich brilliant - vieles kommt wirklich einen Tag später in den anderen Medien, wenn nicht noch später. Zudem findet man hier viele Interviews / Hinweise auf Interviews in volle Länge, so dass man die medial hochgejazzten Schnipsel besser einbetten kann!
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Ich war 2010 kurz hier und direkt verschreckt von der Aggressivität in damals möglichen 140 Zeichen. Die kommenden 10 Jahre dümpelte der Account ungenutzt rum, folgte ein paar vermeintlich interessanten Leuten ausm Bereich Pflege - und dann kam 2020. nitter.cf/LVZ/status/12369861302…
Wenn sich in einem sächsischen Krankenhaus ein Arzt mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, kann als letztes Mittel auch die komplette Klinik geschlossen werden. lvz.de/Region/Mitteldeutschl…
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Eine aus meiner Sicht sehr treffende Einschätzung.
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Perfekte Zusammenfassung. Zu ergänzen wäre, dass das Gut-Informiert-Sein ein gewisser Aufwand UND EINE BRINGSCHULD DES BÜRGERS ist. Und dass es heute nicht ohne geht, aber eben DASS es geht, im Unterschied zu früheren Zeiten.
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Eine vortreffliche Analyse, fast eine kleine Ode an x 😉
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Das gleiche Totalversagen des ÖRR erlebte ich 2023, als Prigoschin mit seiner Wagner-Truppe Richtung Moskau marschierte. Hier auf X war das stundenlang Thema, bei Tageschau und Co. nix. Lag es am WE? Ich schaltete ntv ein und sah eine Liveschalte zu Putins nervöser Rede...
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🎯 jo, geht mir genauso, sehr guter Crosscheck zu Mainstream - aber man muss es aushalten können, das stimmt 😂
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Ja, da kann ich nur zustimmen. In Facebook wurde ich bei einer kritischen Meinung sofort zensiert. Da reichte es einen Verfassungsrichter oder das statistische Bundesamt zu zitieren und die Beiträge verschwanden. Das ist hier anders. Allerdings bin ich mittlerweile auf zig Listen gelandet, wo mir die Auswirkungen unklar sind. Zu Beginn wollte ich mich im Bereich Sport, Yoga austauschen. Mit Corona wurde X die einzige Plattform ausser Telegram, wo man sich überhaupt kritisch äußern durfte.
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So ist es. Hier gibt es ungefilterte Informationen, mit denen man etwas anfangen kann. Die Welt wird zum Dorf, weshalb der Gate Keeper-Journalismus einpacken kann, auch weil er nicht dazulernt.
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Hervorragende Beschreibung von X/Twitter. Besonders gefällt mir dies:
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X ist wie Stammtisch oder Vesperpause in grossem Betrieb. Linke mögen bzw. kennen beides nicht.
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Gute, kurze Analyse über die Plattform Twitter X 👍👍 Bei mir lag Twitter X circa 12 Jahre ungenutzt auf Halde, während Corona wechselte ich dann von Facebook hierüber, weil ich dort ständig sanktioniert wurde.
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Danke, gut zusammengefasst, entspricht in etwa meiner Erfahrung. Macht es manchmal schwierig, in Diskussionen, in der Offenheit notwendig ist.
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Besser kann man es nicht beschreiben 🙌
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X: Horizontfreiheit statt Wohlfühlblase. Saustall statt Puppenküche.
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